Digitale Endgeräte für alle Schüler! Wie gehen Sie mit fehlender Ausstattung in den Familien um?

„Es darf nicht sein, dass ein Kind in Baden-Württemberg benachteiligt ist, weil es keinen Laptop zur Verfügung hat“ - S. Eisenmann

Am 15.05. hat das Kultusministeriuim mit einer Pressemeldung angekündigt, dass geplant ist, Hardware für Schüler_innen zur Verfügung zu stellen, die aktuell über keine Ausstattung verfügen (vgl. https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+05+15+Digitale+Endgeraete+fuer+Schueler).

Nachdem die Kreismedienzentren in den letzten Wochen Verleihgeräte an Schulen ausgegeben haben und bei uns im Kreis binnen kürzester Zeit die vorhandenen Gerätre verliehen waren, würde mich brennend interessieren, wie fehlender Ausstattung bei Ihnen vor Ort begegnet wird.

Aktuell gibt es bei uns immer noch Nachfragen zur Ausleihe von Endgeräten an „bedürftige“ Schüler_inen - wie können wir diese beantworten?

Bitte nehmen Sie sich einen kurzen Moment Zeit, um eine Antwort auf die folgende Frage zu geben und ergänzen Sie ggf. in den Kommentaren, ob / wie wir schnelle und unbürokratische Lösungen finden können.

Danke.



Wie begegnen Sie an der Schule der Thematik, dass nicht alle Schüler_innen über Endgeräte verfügen, um digitale Angebote von zu Hause aus nutzen zu können?

  • Wir haben Endgeräte aus dem Kreismedienzentrum verteilt.
  • Wir haben Endgeräte aus der Schule verteilt.
  • Wir haben eine andere Lösung (bitte als Kommentar ausführen).
  • Das Thema ist bei uns an der Schule nicht interessant, weil … (bitte unten ausführen).

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An unserer Schule hat sich eine Stiftung gemeldet, der wir Bedarfe an ausgemusterten, aber funktionstüchtigen Endgeräten melden konnten. Diese stattet nun die bedürftigen Familien aus, das sind bei uns 52 Stück (10 % unserer Schülerschaft). Wobei ich bei dieser Großzügigkeit meine Bedenken habe. Die Geräte kommen zum Großteil in ein familiäres Umfeld, das selbst den Umgang mit solchen technischen Geräten nie gelernt hat, die Software evtl. nicht bedienen kann und über kein WLAN im häuslichen Umfeld verfügt. Technik vor Wissen darüber halte ich für nicht zielführend. Sobald die ersten Geräte dann auch noch Probleme machen, einer Wartung bedürfen, landen sie als teurer Schrott in der Ecke. Hier müsste dann vorher eine Art Medienkompetenzoffensive für die Geräte, die Software oder insgesamt fürs Homeschooling ausgerollt werden.
Gibt es hier vielleicht schon Konzepte an anderen Schulen? Es sind nämlich meiner Erfahrung nach nicht nur die Familien ohne Ausstattung oft hilflos im Umgang mit (digitalen) Medien plus Homeschooling.

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Ja, Fehleranfälligkeit, Pflege usw. werden sicher auch in Zukunft ein Problem darstellen. Dazu vielleicht ein Gedanke: Seit einigen Jahren betreiben wir an der Uni Online-Master-Studiengänge. Hier wird den Studierenden sämtliche Software in einem Online-Dashboard zur Verfügung gestellt - also ähnlich wie bei einem Chromebook. Man loggt sich auf seinem Gerät mit den eigenen Account-Daten ein und hat übersichtlich einen einheitlichen Desktop mit (Open)-Office-Programmen, Mathematik-Anwendungen, Moodlekursen usw. usw.

Der Nachteil ist sicher, dass dieses Konzept auf Desktop-/Notebook ausgerichtet ist, was für erwachsene Studierende kein Problem ist, da sie ohnehin mit diesen „größeren“ Geräten arbeiten wollen.

Vorteil hingegen: Zumindest die „Wartung“ der Software kann zentral erfolgen, Updates eingespielt werden, Hilfestellungen gegeben werden usw. (Mobil erfolgt das ja über diese Device-Management-Systeme.)

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Jaja,… da ist noch einiges zu klären:

  1. Welche Geräte sollen beschafft werden? (Ausschreibungen?!)
  2. Welche Programme sollen ggf. verfügbar sein (bisher strickt sich ja jede Schule eigene Softwarepakete)?
  3. Lizenzierung von Betriebssystemen, Anwendersoftware,…
  4. Wie sollen die Geräte ausgerollt werden?
  5. Wie gelangen Updates und neue Anwendungen auf die Geräte?
  6. Wer soll die Geräte „verteilen“?
  7. Qualifikation der Anwender*innen
  8. Technischer Support und Garantieabwicklungen?
  9. Wer plant?
  10. Wer führt durch?

Ich bin gespannt ;).

Man muss ehrlicherweise festhalten, dass Schulen zwar Bedarf, Ideen und Anschaffungswünsche selbst entwickeln. Die Fragen von @rwalter sind richtig, aber kaum ohne externe Expertise lösbar.

Ich hoffe auf den MEP…

Hallo,
der MEP allein wird da nicht weiterhelfen. Wenn die Beratung, im Idealfall durch das Kreismedienzentrum, in die Richtung MDM geht, finde ich den Ansatz sehr gut. Ich bin bei unserem KMZ Friedrichshafen für die Verwaltung zuständig. Alle oben genannten Themen werden von uns abgewickelt. Wir geben auch Geräte als Dauerleihgabe heraus um Schüler ohne digitale Endgeräte auszuhelfen, sollte es notwendig sein. Im Moment kommen Lehrer-innen immer noch zu uns um auszuprobieren. Unsere Koffer werden sehr gut angenommen, wir können innerhalb kürzester Zeit auf Wünsche reagieren. Demnächst gibt es ein ´´Support- Handy´´um möglichst per Threema noch schneller auf kurzfristige Wünsche zu reagieren. Man muss auch dazu sagen, dass wir ein ausgezeichnetes Berater- Team haben.

Mathias

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Dank MEP bin ich in gutem Kontakt mit unserem KMZ. Daher bin ich sehr positiv gestimmt, was die weitere Entwicklung angeht.
Die KMZ werden immer wichtiger und die beschriebenen Angebote sind wichtig. Noch wichtiger finde ich, dass die Schulen didaktisch fundierte Konzepte haben. Koffer sind bestimmt gut, wenn die entsprechend genutzt werden. Dafür, dass sie 2x im Monat eingesetzt werden, ist das Geld zu schade.
Daher großes Lob an KMZ/LMZ. Mit euch und MEP bin ich sicher, werden wir nachhaltige Lösungen schaffen.