Austausch: Lernen aus den Erfahrungen des aktuellen digitalen Lernens

Lernen und Unterrichten hat sich im letzten Jahr schlagartig verändert: Die Pandemie hat einen Veränderungsdruck erzeugt, der neben vielen negativen Effekten auch positive Effekte hervorgerufen hat.
Vor Ort wurden Lösungen gefunden und beibehalten oder verworfen.
Mich interessiert mit Blick auf das gesamte Land:

Was kann das Bildungssystem in Baden-Württemberg aus den Erfahrungen des aktuellen digitalen Lernens lernen?

  • Chancen und Perspektiven: Wie können wir die gerade entstandenen Kompetenzen und Anwendungsszenarien erhalten und darauf aufbauen – ohne diesen Digitalisierungsschub wieder zu verlieren?
  • Wie müssten sich Rahmenbedingungen dazu verändern?
  • Ansätze: Welche eigenen Entwicklungen gehen schon in diese Richtung und könnten verstärkt / ausgebaut werden?

Ich bin aktuell leider sehr frustriert und zurück auf dem Boden der Tatsachen.
Die Spanne zwischen den Lehrern, die digital vorangehen und denen, die nur darauf warten, dass bald alles wieder wie immer läuft.

Die Eigeninitiative fehlt
Der Wunsch sich zu verändern fehlt
Man macht nur das, was man muss.

Positiv: es gibt einzelne KuK, die Blut geleckt haben. Gemeinsam geht man voran, macht Angebote, muss sich Unterstellungen anhören und arbeitet und entwickelt sich dann für sich selbst weiter.

Bei mir bleibt mehr Frust, als Hoffnung.

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Ich mache dieselben Beobachtungen wie Steffen_Siebert, sehe es aber etwas optimistischer. Viele KollegInnen haben digitale Möglichkeiten ausprobiert und sich eingearbeitet. (Auch dank der tollen Angebote freundlicher und besonders engagierter KollegInnen, z.B. bei einem Kaffeeplausch Tools vorzustellen. ;-)) Ob Book-Creator oder Learningapps, das wird man sicher auch in Zukunft gern weiter nutzen. Ich denke, dass auch die Ausstattung in den Schulen und bei den SchülerInnen einen großen Unterschied machen wird. Ob ich digital arbeite oder nicht hat schon auch viel damit zu tun, ob ich W-Lan im Klassenzimmer habe, ob wir während des Unterrichts auf Moodle zugreifen können, oder eben nicht. Ich hoffe sehr, dass in absehbarer Zeit Tablets im Unterricht zum Alltag gehören.
Und schließlich haben während des Distanzunterrichts auch viele die Projekte und offeneren Aufgaben für sich entdeckt und waren positiv überrascht von guten Ergebnissen. Eigentlich haben wir da doch einen großen Schritt vorwärts getan.

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Chancen und Perspektiven:

  • wir haben bei uns eine gute Grundlage, um digital weiter zu arbeiten (Tablet-Profil, W-LAN überall etc.). Insofern glaube ich, dass das digitale Unterrichten ein wesentlicher Bestandteil bleiben wird.
  • Die Kolleginnen und Kollegen sind motiviert, sehen aber auch (ich auch!), dass es eine gute Mischung sein muss. Ich gehe davon aus, dass es bei uns kein „entweder oder“ , sondern ein „wie können wir beides miteinander effektiv und nachhaltig verzahnen“ sein wird.
  • auf jeden Fall müssen wir die internen Workshops vor Ort effektiv und zielorientiert planen und gestalten, damit es nachhaltig bleibt
  • digitale Unterrichtskonzepte müssen konkreter, empfänglicher und klar strukturierter angeboten werden (eigentlich muss man in bestimmten Bereichen „Schule“ neu denken. Und hierzu benötigen wir eine spezialisierte Gruppe)

Rahmenbedingungen

  • die rechtlichen Fragen müssen klar definiert werden, kein „so könnte es auch gehen“ oder „diese Grauzonen tolerieren wir“
  • eine stabile Schulcloud, ob landes- oder bundesweit organisiert, muss unbedingt organisiert werden
  • digitale Fortbildungsformate würde ich auf jeden Fall weiter beibehalten
  • Ich würde des weiteren „Lern- und Übungswerkstätte“ digital einrichten, damit die Kolleginnen und Kollegen Erfahrungen austauschen und konkret an Unterrichtskonzepten arbeiten können (das wäre sogar super, wenn diese hier im „forum“ integriert wäre)
  • klar und die Hardware-Ausstattung darf kein Problem mehr sein

Ansätze:

  • wir arbeiten gerade im Realschul-Trio mit. Da werden wir sicherlich einige Erfahrungen machen
  • das Arbeiten in TEAMS hat uns sehr viel gebracht, solange wir das dürfen, werden wir hier unsere Konzepte verfeinern
  • schulinterne Workshops und Fortbildungen kommen sehr gut an; Kolleginnen und Kollegen konnten motiviert werden, um hier mitzumachen- das wollen wir beibehalten
  • digitale Lerntools werden eingebunden, diese müssen wir auf Nachhaltigkeit evaluieren (so wie viele Ansätze … eine echte digitale Evaluation wird noch benötigt, um gute Aussagen treffen zu können, ob das Lernen auch wirklich nachhaltig war oder ist)

PS: Noch bin ich motiviert und glaube an echte Innovation. Aber so langsam müssen wir wieder in die Klassenzimmer zurück, damit die Balance wieder hergestellt werden kann. Denn echtes digitales Arbeiten kann m.E. nur funktionieren, wenn wir das Soziale und das physisch Gemeinsame wieder haben.